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"Wettstreit der Äpfel" überschreibt die Rheinische Post am 3. Juni 2000 folgtenden Artikel (Auszüge):

 

 

 

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"Der Titel klingt, als solle ein unbekannter Künstler durch die Nachbarschaft zweier großer Namen geadelt werden: 'Cezanne Manet Schuch'. Die Ausstellung im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte gibt jedoch rasch zu erkennen, dass sie nicht allein einem Marketing-Denken entsprungen, sondern ebenso ästhetisch zu rechtfertigen ist. Man kennt Schuch nicht und sollte ihn doch kennen; einen, der wie die beiden anderen in Paris lebte und ähnlich arbeitete wie sie. Einen, der wie Cézanne und Manet nicht auf Einkünfte aus seiner Kunst angewiesen war, sich aber im Unterschied zu ihnen dem öffentlichen Urteil in Ausstellungen entzog. [...]

Bis zur Gegenwart ruft er allein unter Kennern Achtung hervor.

Das könnte sich jetzt ändern, denn die Dortmunder Schau stellt Schuch unaufdringlich in den Zusammenhang, in den er gehört: das Paris der siebziger, achtziger und der beginnenden neunziger Jahre des neunzehnten Jahrhunderts. Sie stiftet die Besucher zu Vergleichen an und siehe da: Schuch weiß sich zu behaupten. [...]

Cézannes 'Stillleben mit Äpfeln und Weinglas' (1877-79) und Schuchs ''Äpfel, rot' (um 1882) hängen nebeneinander, das eine so farbkräftig wie das andere. Und doch lassen sich bereits hier, in einem der ersten Räume der rund 50 Bilder umfassenden Schau, charakteristische Unterschiede entdecken. Cézanne tischt sein Obst - Ode an die Form schaffenden Macht der Farbe - vorzugsweise vor kaltem blauen, auch mit Gegenständen dekorierten Hintergrund auf. Schuch dagegen lässt seine Früchte aus einem dunklen, meist braunen, gestalterisch nicht näher bezeichneten Raum hervortreten. Schon farblich wirkt hier der Kreis um Wilhelm Leibl nach, dem Schuch Jahre zuvor in München angehört hatte.

Auch sonst scheint französische Klarheit gegen deutsches Grüblertum zu stehen. Cézannes Äpfel weisen scharfe Konturen auf, Schuchs Früchte indes wirken flaumig, diffus, als wohne ihnen noch ein höherer Sinn inne."